Praxistest: Jabra Sport Rox Bluetooth Kopfhörer

Nun trainiere ich auch endlich kabellos. Vor Jahren hatte ich Bluetooth-Kopfhörer für den Sport getestet, aber schnell wieder beiseite gelegt. Zu dünn war der Klang, zu umständlich die Koppelung mit dem Handy und der Akku war immer dann leer, wenn ich sie mal wieder einsetzen wollte. Auch hat die Bluetooth-Verbindung extrem am Akku meines Handys gezehrt. Zumindest letzteres soll ja ab Bluetooth in Version 4 wesentlich besser geworden sein. Zeit für einen neuen Test also.

Mit meinen Marshall Minor bin ich ja klangmäßig nach wie vor hoch zufrieden. Auch der Sitz im bzw. am Ohr ist einzigartig. Trotzdem hat mich das Kabelgewirr vor dem Einsatz immer schon genervt und oft habe ich mir dann beim Training die Stöpsel unabsichtlich wieder rausgerissen, weil ich am Kabel hängen geblieben bin.

Meine Anforderungen an den Neuen: Schweiß-, wasser- und staubresistent soll er sein, einen ausgewogenen, natürlichen Klang haben und möglichst hochwertig verarbeitet. Für das Training im Fitnessstudio, wo es ja immer ziemlich laut zugeht dürfen es auch gern In-Ears sein, die Umgebungsgeräusche draußen halten. Beim Outdoortraining hingegen möchte ich von den Außengeräuschen gern noch etwas wahrnehmen, z.B. das Klingeln eines von hinten kommenden Fahrradfahrers…

Mehr als 50€ wollte ich aber eigentlich auch nicht ausgeben und nach einem ersten Versuch und Reinfall mit einem 20€-Teil bin ich dann beim Jabra Sport Rox Wireless hängen geblieben. Mit 140€ UVP liegt er klar über meinem Budget, aber weil wohl ein Nachfolger in den Startlöchern steht konnte ich ein Schnäppchen für 50€ machen.

An Testberichten mangelt es ja nicht und deshalb gehe ich nur auf die mir wichtigen Dinge ein.

Verarbeitung, Klang und Handling sind wie erhofft sehr gut. Ich wage zu behaupten, dass die In-Ears mit kleinen Modifikationen (s.u.) und der Jabra-App genau so gut klingen wie meine kabelgebundenen Kopfhörer. Allerdings schirmen sie die Umgebungsgeräusche auch wieder stärker ab als meine Marshall, die ja mehr vor dem Ohr liegen.

So, nun zu der kleinen Modifikation: Und zwar war ich mit dem Sitz der Silikonstöpsel nicht zufrieden. Selbst die kleinste Größe drückte bei mir nach einer Weile unangenehm im Gehörgang. Als erste Maßnahme verwendete ich die gelben Silikonstöpsel meiner alten Sennheiser, was schon eine Verbesserung brachte. Doch auch da musste ich manchmal ganz schön fummeln, bis es optimal saß. Nun habe ich Ohrstöpsel aus Memory Foam, die sich dem Gehörgang noch besser anpassen. Der eine oder andere kennt das Prinzip sicher von den gelben Gehörschutzstöpseln, die man vor dem Einsetzen zusammendrückt. Da rutscht auch nichts mehr raus bei ruckartigen Bewegungen. Nach mehreren Wochen mit schweißtreibenden Spinningbike-Trainings kann ich sagen, dass diese Schaum-Ohrpolster in Größe M bei mir fest sitzen ohne unangenehm zu drücken.

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Die Sport Rox haben ein paar nette und praktische Besonderheiten:
Die kompakte Fernbedienung mit lediglich drei mehrfachbelegten Knöpfen lässt sich nach kurzer Zeit auch blind bedienen. Der Titelskip funktioniert nicht nur mit der Player-App von Jabra sondern bei allen von mir getesteten Musik-Apps auf Android (sogar mit Pandora-Radio). Im Pause-Modus wird beim Drücken der Lautstärkebuttons die Ansage des Akku-Ladezustandes angesagt.

Extrem praktisch finde ich die magnetischen Rückseiten der Ohrstöpsel, welche gleichzeitig die Kopfhörer in den Standby-Modus schicken. Das spart Akku und die Musik stoppt automatisch. Wenn ich die Stöpsel wieder in die Ohren einsetze verbindet sich der Rox in 1-2 Sekunden erneut mit dem Handy und die Musik läuft weiter. Ohne das ich das Smartphone dafür in die Hand nehmen muss wohlbemerkt. (Nachtrag: bei manchen Musikplayer-Apps muss man die Musik vor dem Standby anhalten sonst quäkt die Musik nach dem Abschalten der Kopfhörer aus den Handylautspechern weiter.)

Zusätzlich wird noch eine kleine Kabelklemme mitgeliefert, die beim Transport z.B. ein Lösen der Magnete und damit versehentliches Einschalten erschwert.

Sport-Rox mit Kabelklemme
Sport-Rox mit Kabelklemme

Das dicke, gummi- ummantelte Verbindungskabel der beiden Ohrstöpsel ist lang genug um es um den Hals zu hängen und vor der Brust zusammen zu klipsen.

Die Headsetfunktion ist für mich persönlich Nebensache, während meines früh-morgendlichen Trainings werde ich selten angerufen. Aber ein Test hat bestätigt, dass auch das Mikrofon direkt an der Unterseite des linken Ohrenstöpsel für eine klare Sprachverständigung sehr gut positioniert ist.

Negativ fiel mir auf, dass die Musik zum Anfang der Inbetriebnahme immer ein paar Aussetzer hat. Zwischendrin trat das Problem fast nie auf. An einer schwachen Bluetoothverbindung kann es nicht liegen, denn ich trage das Handy immer am Körper, also in unter einem Meter Abstand zum Kopfhörer.

Fazit nach einem Monat intensiver Nutzung: Die Alltagstauglichkeit (mit den Schaumstoffstöpseln), der Klang und die Verarbeitung sind super, an das regelmäßige Laden 1-2 Mal pro Woche gewöhnt man sich und endlich kann ich ungestört trainieren ohne mich in Kabeln zu verheddern oder für jeden Titelskip das Handy aus der Tasche bzw. dem Gürtel nehmen zu müssen. Allerdings muss man schnell sein, denn auf der Jabra-Website ist der Sport Rox nicht mehr gelistet. Die aktuellen Bluetooth-Kopfhörer von Jabra mit Audiocoach oder Pulsmessung brauche ich nicht.

Nachtrag, Juli 2016: Ich nutze die Kopfhörer inzwischen nicht mehr, weil nach einigen Monaten und mehrmaligen Aufladen die Silikonflügel am rechten Ohrhörer wohl ausgeleiert sind und deshalb immer vom Ohrhörer rutschen. Zuerst dachte ich, dass durch Schweiß o.ä. die Teile nur rutschig geworden sind, aber die Reinigung brachte auch keine Besserung. Nach ein paar Minuten Nutzung verrutscht alles wieder, so dass der rechte Hörer fast von allein aus dem Ohr fällt. Im Praxistest sind sie damit also durchgefallen, denn alle paar Monate neue Silikonflügelchen nachzubestellen kann ja wohl nicht die Lösung sein. Schade!

Für einen Bruchteil des Preises habe ich nun die Anker Soundbuds Sport NB10 im Test und bin bisher sehr zufrieden. Hier geht es zum Testbericht.