Vom Barfußschuh zum Boost

Dies ist mein Test vom adidas Supernova Glide Boost der 1. Generation. Wie hier schon angekündigt habe ich dieses Auslaufmodell inzwischen über 200km lang getestet und werde nun meine Eindrücke wiedergeben:

Soviel kann ich vorab schon mal verraten: Der Boost ist mein momentan meine Nummer 1 und nur das Matschewetter draußen hält mich davon ab, ihn ständig während meiner Trainings zu benutzen. Ich hab’s getestet, Wasser lässt er ungefiltert durch, da greife ich dann doch lieber zu meinen GTX von Nike. Im Vergleich zum Boost fühlt sich dieser aber bretthart an. Man gewöhnt sich schnell wieder dran, aber der Adidas erzeugt einfach ein angenehmeres Laufgefühl

Wenn man den Schuh eine Nummer größer bestellt als die Laufschuhe der anderen Hersteller sollte es passen. Zumindest war es bei mir so. Der Boost ist gefühlt sehr leicht und nach dem Reinschlüpfen sehr weich, aber beim Laufen nicht schwammig. Mit anderen Worten: Sehr bequem, aber dennoch mit einem guten Abdruck. Das hat bisher noch kein Schuh geschafft. Entweder waren sie sehr gut gedämpft, aber man hat beim Laufen das Gefühl, nicht so recht vorwärts zu kommen oder man hat einen „schnellen“ Schuh mit straffer Dämpfung.

Oft wird berichtet, dass der Boost zu neuen Geschwindigkeiten verhilft. Naja, meiner Meinung nach ist das ein Placebo-Effekt. Die Kombination von geringem Gewicht, sehr guter Energieumwandlung des Aufpralls und nicht zuletzt der Knick der Sohle im Mittelfußbereich sorgen meiner Meinung nach für diesen Eindruck.

Aber mir verhilft der Schuh zu einem ermüdungsfreieren Laufen. Man „federt“ sozusagen über die Laufstrecke. Am beeindruckendsten ist dies natürlich auf harten Untergründen wie Asphalt, aber auch für Waldläufe habe ich den Supernova Boost schätzen gelernt. Beim Bergablauf werden die Gelenke weniger gestaucht. Auch während längerer Strecken (getestet bis 20km) lässt diese Wirkung nicht nach und man kommt eindeutig ausgeruhter ans Ziel.

Fazit: Was will man mehr? Für meine Bedürnisse, also gleichmäßige, regelmäßige Läufe und Strecken auf vorwiegend befestigten Wegen ist er ideal geeignet.
Weniger geeignet ist er sicher für Trainings mit schnellen Tempowechsel und Crossläufe im Matsch. Auch Anhänger der Barfußlaufschuhe werden die Boost-Technologie nichts abgewinnen, weil der Fuß hier mehr als in jedem anderen Laufschuh unterstützt wird. Auch ich war lange Zeit begeisterter Barfußschuh-ler. Anfangs der Nike Free, dann der Vibram Five Fingers… Aber irgendwann musste ich mir eingestehen, dass mir meine Füße auf Dauer diese Belastung übelnehmen (LINK). Da ich also weiterhin möglichst beschwerdefrei und konstant diesem Sport nachgehen möchte, ist der Boost für mich die richtige Wahl. Optimal wäre ein nässeabweisender Boost, aber ich bin mir sicher, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis ein Gore-Tex-Modell auf den Markt gebracht wird…

Nachtrag vom Januar 2015: Musste wegen Schmerzen im linken Fersenbereich pausieren. Der Verursacher scheint die ziemlich starre und unflexible Fersenkappe des Boost zu sein. Damit stehe ich nicht alleine da, wie man z.B. auch hier lesen kann. Warum dies erst nach 300 gelaufenen Kilometern auftritt weiss ich nicht, wie so oft wurde es wohl durch ein Zusammenspiel verschiedener Einflüsse ausgelöst. Also werde ich weiterhin schön mit meinen anderen Laufschuhen wechseln und den Boost bis auf weiteres nicht für den langen Lauf benutzen…

 

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